9 Tipps um besser bei Hitze zu schlafen

Der Juni 2019 brachte heisses Wetter mit Rekordtemperaturen um die +40°C. Durch die zunehmende Erderwärmung wird sich die Situation in Zukunft eher verschlimmern als verbessern. Die Zahl der so genannten Tropennächte, bei denen die Temperatur nicht unter +20°C abfällt, wird weiter ansteigen. Auch die moderne Bauweise der Häuser und Wohnungen trägt dazu bei, dass es in den Räumen oft unerträglich heiss wird. Die Ursache sind Wärmedämmung und isolierende Fenster sowie Dächer. So wünschenswert eine gute Wärmedämmung im Winter auch ist, bei Hitze bewirkt sie, dass die Wärme nicht entweichen kann und sich die Räume nachts nicht mehr abkühlen. Hält die Hitzeperiode über längere Zeit an, staut sich die Wärme und die Temperaturen können unerträglich hoch werden.

Warum schlafen wir bei Hitze eigentlich schlecht?

Das hängt mit dem Zusammenspiel der verschiedenen Bestandteile des menschlichen Körpers zusammen. Durch diverse Stoffwechselprozesse entstehen Gifte, die beim Schlafen abgebaut werden müssen. Der Schlaf dient gleichzeitig zur Regeneration des Körpers. Damit diese komplizierten biochemischen Prozesse optimal ablaufen können, muss die Körpertemperatur absinken. Schlafforscher haben festgestellt, dass die Kerntemperatur des Körpers gegen 2 Uhr morgens auf durchschnittlich +36,2°C absinkt, während sie tagsüber bei voller Aktivität auf +37,6°C ansteigt. Ist es zu warm, kann die Körpertemperatur nicht weit genug absinken und wir können nur schlecht einschlafen und wachen morgens auch nicht so erholt auf. Gegen heisses Wetter ist man machtlos. Es gibt aber genügend Tipps und Tricks, wie Sie auch bei tropischen Temperaturen gut schlafen können.

Tipp 1: Senken Sie die Temperatur im Schlafzimmer

Dafür müssen Sie eine Methode anwenden, die in südlichen Ländern längst üblich ist. Öffnen Sie in den frühen Morgenstunden alle Fenster und Jalousien weit. Dadurch kann die frische Morgenluft ins Schlafzimmer strömen und kühlt es auf eine angenehme Temperatur. Spätestens ab 9 Uhr, wenn die Sonne bereits wieder hoch am Himmel steht, schliessen Sie alle Fenster und lassen die Jalousien herunter, so dass die Sonne den Raum nicht so schnell aufheizen kann. Öffnen Sie die Fenster erst gegen Abend wieder, wenn die Temperatur etwas fällt. Wenn Sie es richtig machen, werden Sie das Schlafzimmer beim Betreten als angenehm kühl empfinden.

Tipp 2: Duschen Sie lauwarm

Eigentlich liegt es nahe, bei Hitze kalt zu duschen, um sich abzukühlen. Leider funktioniert das nicht. Für einen kurzen Moment fühlen Sie sich selbstverständlich erfrischt, der Effekt hält aber nicht lange an. Die kalte Dusche regt den Kreislauf an und durch die bessere Blutzirkulation wird mehr Wärme abgeführt. Das Ergebnis: Sie schwitzen mehr als zuvor. Bei einer lauwarmen Dusche wird der Kreislauf dagegen nicht angekurbelt, weil die Wassertemperatur bei 30- 32°C liegt. Die Poren der Haut öffnen sich, Sie fühlen sich sauber und erfrischt und können besser einschlafen.

Tipp 3: Ein Ventilator

Stellen Sie einen Ventilator ins Schlafzimmer und richten Sie den Luftstrom in Richtung Bett. Durch den Luftzug verdunstet Ihr Körperschweiss besser und bewirkt eine natürliche Kühlung. Sie sollten allerdings darauf achten, dass der Luftzug nicht zu stark ist, weil sich sonst Muskeln verspannen können. Platzieren Sie den Ventilator deswegen nicht direkt neben das Bett und wählen Sie ein Modell, das möglichst leise läuft. Sie können sich auch einen Deckenventilator bestellen. Die sind in vielen warmen Ländern üblich.

Tipp 4: Die Wärmflasche

Ja, Sie lesen richtig. Eine Wärmflasche hilft nicht nur im Winter bei Kälte, sondern auch bei Sommerhitze. Dafür müssen Sie die Wärmflasche jedoch nicht mit heissem Wasser, sondern mit Eiswasser füllen. Stellen Sie tagsüber eine oder zwei Flaschen mit Wasser in den Kühlschrank und füllen Sie damit die Wärmflasche kurz bevor Sie zu Bett gehen.

Tipp 5: Kühlakkus

Das sind diese Blöcke aus Plastik, die mit einer Kühlflüssigkeit gefüllt sind. Sie werden in die Tiefkühltruhe oder den Gefrierschrank gelegt und speichern die Kälte. Beim Erwärmen senken sie die Temperatur in ihrer Umgebung und spenden dadurch angenehme Kühle. Sie sollten aber beachten, dass Kühlakkus nicht in direktem Kontakt mit Ihrer Haut kommen. Sie sind so kalt, dass sie oberflächliche Erfrierungen oder zumindest Hautschäden hervorrufen können. Am besten geben Sie die Kühlakkus in einen Kissenbezug oder Stoffbeutel.

Tipp 5: Keinen Alkohol!

So ein kühles Bier vor dem Einschlafen hilft doch bei der Abkühlung von innen, oder? Leider stimmt das nicht. Es stimmt zwar, das Hopfen beruhigt und man durch etwas Bier schneller in Schlaf fällt, aber dieser positive Effekt wird durch die Nachteile aufgehoben. Alkohol öffnet die Poren der Haut. Sie rötet sich, weil das Blut besser fliesst. Ein besserer Blutfluss bedeutet jedoch, dass auch mehr Wärme aus dem Inneren des Körpers nach aussen transportiert wird. Das Ergebnis: Sie fühlen sich noch heisser als zuvor. Alkohol hilft eher bei Kälte als bei Wärme (zumindest kurzfristig). Dazu kommt, dass Bier und Wein die Harnbildung anregen. Sie müssen oft aufstehen, um die Blase zu entleeren. Ein erholsamer Schlaf sieht anders aus!

Tipp 6: Leichte Kost essen

Essen sie vor dem Schlafengehen keine schwer verdaulichen oder stark gewürzten Speisen. Sie können dann nur schwer in Schlaf fallen, weil Ihr Körper mit der Verdauung beschäftigt ist. Ausserdem wird bei der Verdauung Wärme freigesetzt, durch die sich der Körper nur noch mehr aufheizt, anstatt sich abzukühlen. Besser ist dagegen leichte Kost, bestehend aus Salat, Obst ein wenig Brot und mageres Fleisch oder Fisch. Generell ist es besser, sich vor dem Schlafengehen nicht den Magen vollzuschlagen.

Tipp 7: Anstrengende Aktivitäten vermeiden

Vermeiden Sie vor der Schlafenszeit anstrengende Tätigkeiten oder Sport, der Ihren Kreislauf ankurbelt. Das führt dazu, dass Ihr Körper mehr Wärme produziert, die er erst einmal wieder loswerden muss, bevor der Schlaf kommen kann. Besser ist es, sich beispielsweise vor dem Schlafengehen auf den Balkon, die Gartenbank oder ans offene Fenster zu setzen und dabei ein Buch zu lesen oder mit dem Nachbarn zu plaudern. Die kühle Brise am Abend kühlt Ihren Körper herunter und ein leichtes Gespräch oder Lektüre wirkt beruhigend.

Tipp 8: Unbedingt zudecken!

Auch wenn in einer heissen Nacht die Versuchung gross ist, sich einfach so auf das Bett zu legen, sollten Sie sich unbedingt zudecken. Wenn Ihnen die Bettdecke zu dick ist, machen Sie es wie die Südländer und decken sich mit einem Laken zu. Auch im Sommer kann es gegen Morgen empfindlich kühl werden. Wenn Ihr Körper dann mit Schweiss bedeckt ist, können Sie sich erkälten. Ausserdem saugt eine leichte Decke oder ein Laken zumindest einen Teil des Schweisses auf.

Tipp 9: Viel trinken, aber richtig!

Vermeiden Sie eisgekühlte Getränke. Die helfen nur kurzzeitig. Hinterher wird Ihnen nur noch wärmer, weil der Kreislauf angeregt wird. So mancher hat durch zu viel Cola oder Limo mit Eis im Sommer schon Halsschmerzen bekommen. Am besten sind Getränke mit Zimmertemperatur oder leicht gekühlt, zum Beispiel ungesüsster Tee oder Apfelschorle. Übermässig süsse Getränke wie Cola, Limonade oder Eistee stillen den Durst nicht und machen dick.

Tipp 10: Für Ruhe sorgen!

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Schlafzimmer ein Ort der Ruhe ist. TV Geräte, Radios, Computer und Smartphones haben dort nichts verloren. Durch heisses Wetter schläft man sowieso schon schlechter als bei normalen Temperaturen. Kommen dann noch Störfaktoren von aussen dazu, kann der Schlaf oft unmöglich werden. In einer ruhigen Umgebung schläft man dagegen schneller ein und der Schlaf wird besser und tiefer ausfallen.

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