Was hilft gegen Schnarchen? Ursachen und Hilfsmittel

Schnarchen (Rhonchopathie) ist ein häufiges Problem. Fast jeder zweite Schweizer ist im Laufe seines Lebens von den unangenehmen Geräuschen und Lauten betroffen, die oft eine gesundheitliche Ursache haben. Einige Hilfsmittel wirken den nächtlichen Schnarchgeräuschen entgegen und verbessern dadurch die Schlafqualität.

Schnarchen Ursachen: Wie es zu Schnarchgeräuschen kommt

Die Schnarchen Ursachen sind in den oberen Atemwegen zu finden. Genauer im Rachen- und Gaumenbereich. Kann die Luft beim Atmen diesen Durchgang nicht passieren, da ein Widerstand – beispielsweise die Zunge oder die Mandeln – den Weg versperrt, kommt es zu einer Vibration des Gewebes. Damit verbunden sind die mitunter sehr lauten Schnarchgeräusche, welche erst auf das Schlafproblem hinweisen.
Mögliche Hindernisse für die Luft sind nicht nur die Zunge, die beim Schlafen nach hinten klappen kann, sondern auch verdickte Polypen oder zu viel Fett im Bereich des Halses. Die Veränderungen können vorübergehend sein (etwa bei Allergien oder Schnupfen) oder anatomische Ursachen haben (z.B. zu große Nasenmuscheln oder Nasenscheidewandverkrümmung). Manchmal sind Fehlbildungen der Nase selbst für die nächtlichen Laute verantwortlichen. Ebenso Kieferfehlstellungen oder schlicht eine ungünstige Lage während des Schlafs. Gemeinsam haben die verschiedenen Auslöser, dass effektiv gegen sie vorgegangen werden kann – mit Rachentropfen, Nasenstrips und chirurgischen Eingriffen.

Rachentropfen bis Atemmaske: Hilfsmittel gegen Schnarchgeräusche

Im Internet werden verschiedene Tipps und Mittel gegen Schnarchgeräusche genannt. Darunter Schnarch-Sprays, Pastillen oder Tropfen. Ausserdem gibt es spezielle Gymnastik-Übungen für die Zunge, Medikamente, die den Gaumenmuskel lockern und Atemmasken, die dem Rachenraum die nötige Luft zuführen. Bei starken Schnarchgeräuschen ist ein operativer Eingriff notwendig, bei dem die vibrierende Gaumenmuskulatur versteift wird oder Hindernisse im Rachenraum wie die Mandeln oder Polypen entfernt werden.

Anti-Schnarchpflaster, Nasenstrips und Tropfen

Sowohl Pflaster als auch Nasenstrips sollen die für die Schnarchgeräusche ursächliche Mundatmung unterbinden. Entsprechende Mittel enthalten spezielle Stoffe, die Atemwege anfeuchten und den Durchfluss von Sauerstoff erleichtern. Angewendet werden die Pflaster, indem sie auf die Nase geklebt werden. Jedoch helfen sie tatsächlich nur beim Atmen. Die Schnarchlaute selbst werden durch spezielle Pflaster oder Nasenstrips nicht immer verhindert.
Sprays und Tropfen sind ebenfalls in der Apotheke erhältlich. Sie werden einfach Rachen getropft und halten durch ihre besonderen Inhaltsstoffe die Atemwege frei. Besonders wirksam ist das während des Einschlafens. Gegen Schnarchgeräusche selbst helfen auch Sprays oder Tropfen nur zeitweilig.
Die Kinnbinde wird abends vor dem Zubettgehen angelegt. Sie hindert den Mund daran, während des Schlafvorgangs aufzuklappen und Schnarchgeräusche zu verursachen. Kinnbinden sind aus einem elastischen Material gefertigt und dürfen nur angewendet werden, wenn die Nase frei ist. Sie sind in der Apotheke und Drogerie ab 20 Euro erhältlich und werden am besten in Rücksprache mit dem Arzt verwendet.

Die richtige Schlafposition hilft gegen Schnarchgeräusche

Schlaf in der Rückenlage wird oft als Auslöser für Schnarchprobleme betrachtet. An dieser möglichen Ursache ansetzend, gibt es verschiedene Kissen, Decken oder Westen, die den Schlafenden daran hindern, sich während des Schlafs umzudrehen. Ein geeignetes Kissen passt sich auch dem Verlauf der Wirbelsäule an und trägt zu mehr Wohlbefinden während des Schlafs bei. Sie sollte im Hinblick auf den Härtegrad der Matratze gewählt werden, damit der Schlaf immer erholsam ist. Die genannten Hilfsmittel sind wirksam, insofern die Ursache für Schnarchgeräusche tatsächlich eine falsche Schlafposition ist. Eine gesunde Schlafposition auf der Seite oder auf dem Bauch können dennoch nicht schaden, wenn es immer wieder zu leichten Schnarchgeräuschen kommt.

Nur auf Rezept: Zahnschienen und Atemmasken

Die Zahnschiene wird als Hilfsmittel gegen Schnarchen eingesetzt, wenn die Schnarchgeräusche durch eine zurückfallende Zunge verursacht werden. Sie muss vom Zahnarzt individuell angepasst werden, damit der Unterkiefer in die gewünschte Position gebracht und die Schnarchlaute gehemmt werden können. Die Kosten für eine professionell eingestellte Zahnschiene liegen bei 500 bis 1.000 Euro. Modelle zum selber anlegen sind im Internet ab 60 Euro erhältlich. Die DIY-Variante passt sich durch Draufbeißen an Größe und Form des Kiffers an, auf Dauer ist sie jedoch ungesund für die Zähne.
Wenn die Schnarchlaute mit Atemaussetzern einhergehen, ist oft eine Operation angezeigt. Manchmal kann das Tragen einer Atemmaske genügen. Dabei handelt es sich um ein spezielles Gerät, welches über einen Schlauch Luft in den Nasen-Rachen-Raum leitet und die Zunge daran hindert, in den Rachen zurückzufallen und die Atemwege zu blockieren. Medizinische Atemmasken sind auf Rezept erhältlich und kosten zwischen 50 und 200 Euro.

Menschen, die regelmässig Schnarchen, können selbst einiges tun, um die unangenehmen und oftmals gefährlichen Vibrationen zu verhindern. Allgemeine Tipps sind die Vermeidung von Alkohol, Beruhigungs- oder Schlafmitteln und schweren Mahlzeiten vor dem Schlafengehen. Nach Möglichkeit sollte nicht auf dem Rücken geschlafen werden. Ein Pyjama mit eingenähtem Tennisball hindert Betroffene daran, wieder in die schädliche Rückenlage zu verfallen. Wer nur ungern in der Seitenlage schläft, sollte sich auf den Rücken legen, den Oberkörper jedoch mit einem Kissen erhöhen.

Gymnastik gegen Schnarchgeräusche

Der Partner klagt über unerwünschte Atemgeräusche während der Nacht? Spezielle Zungenübungen helfen gegen leichte Schnarchgeräusche. Bei dieser speziellen Zungen-Gymnastik wird die Zungenspitze gegen den Gaumen gepresst, leicht festgesaugt und wieder losgelassen. Anschließend wird mit wiederholten „A“-Tönen die Gaumenmuskulatur stimuliert. Die Zungenübungen müssen täglich angewendet werden und sollen leichten Schnarchgeräuschen entgegenwirken.
Ein weiterer ungewöhnlicher Tipp: ein Blasinstrument erlernen, um die Rachenmuskulatur zu stärken. Als besonders wirksam für diesen Zweck gilt das Didgeridoo.
Bei anhaltenden Problemen empfiehlt sich der Besuch bei einem Hals-Nasen-Ohrenarzt. Der Mediziner findet nicht nur die passende Therapie, er gewährleistet auch eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

Zu den typischen Eingriffen gegen das Schnarchen zählen:

  • Mandeloperation
  • Stents am Weichgaumen
  • Nasennebenhöhlen-OP
  • Eingriffen an den Nasenscheidewänden
  • Weichgaumen-Implantate (Versteifung)
  • Zungengrund- oder Zungenbein-OP

Bei Menschen, die an einer Schlafapnoe leiden, muss die Sauerstoffzufuhr während des Schlafens sichergestellt sein. Hierfür eignen sich nasale Atemgeräte, welche dem Schlafenden die notwendige Luft zuführen und dadurch die typischen Beschwerden verhindern.
Eine andere Variante ist die sogenannte APAP-Therapie (Automated Continous Positive Airway Pressure). Hierbei wird ein Atemgerät eingesetzt, welches die Druckschwankungen im Rachen dynamisch ausgleicht. Zum Einsatz kommt sie beispielsweise, wenn die Atemaussetzer nur in bestimmten Phasen des Schlafs oder nur in Rückenlage auftreten.
Auch die BIPAP-Therapie (Bi Positive Airway Pressure) kommt infrage. Hierbei lässt sich das Atemgerät von dem Patienten flexibel bedienen, was beispielsweise bei unregelmäßigen Beschwerden sinnvoll ist.

Wann mit Schnarchbeschwerden zum Arzt?

Schnarchprobleme sollten unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden. Der HNO-Arzt oder ein Schlaflabor sind erste Ansprechpartner, wenn die Schnarchgeräusche ungewöhnlich laut sind oder immer wieder auftreten. Wenn Begleitsymptome wie Müdigkeit oder Schwindel auftreten, könnten eine obstruktive Schlafapnoe zugrunde liegen, die in einem Fachzentrum behandelt werden muss.
Wenn das Kind schnarcht, sind oft vergrösserte Mandeln oder Polypen ursächlich. Ein Kinderarzt muss die Beschwerden abklären und gegebenenfalls behandeln. Manchmal klingen die Schnarchgeräusche mit dem Wachstum von selbst wieder ab, in anderen Fällen müssen die Rachen- oder Gaumenmandeln bzw. die Nasenpolypen operativ entfernt werden.
Menschen, die an Übergewicht leiden, sollten eine Diät anstreben. Schädlich ist vor allem das Fett im Halsbereich, welches zu Schnarchgeräuschen führt und unter Umständen auch die Atemwege belasten kann. Bei verschiedenen Schnarchgeräuschen Ursachen bieten sich weitere Hilfsmittel an.

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